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 Schwedenurlaub im Dezember 2003

Auf dieser Seite könnt Ihr lesen, was sich so alles während meines Aufenthaltes im Dezember 2003 in Schweden zugetragen hat. Na ja, "alles" ist übertrieben. Nein, weil es ganz schön aufwändig ist, so eine Webseite zu gestallten, gehe ich bei dieser Seite einen anderen Weg, wie bisher. Ich habe hier lediglich Auszüge meines Reisetagebuches hinterlegt und dazu einige Bilder von meiner Digitalkamera beigepackt. Das geht schneller und ist daher aktueller, wie man an den Sommer 2003-Seiten feststellen kann, die immer noch nicht fertig sind.

 

Prolog:

Am 7. Dezember war es wieder so weit. Ich hatte Urlaub und begab mich auf den Weg nach Schweden. Wie schon im vergangenen Jahr wollte ich die Adventszeit im kalten Schweden verleben. Zu diesem Zweck mietete ich mich wieder bei den Friedrichs ein. Die geneigten Leser dieser Seiten kennen Ort und Haus schon von den anderen Webseiten.( z.B. Schweden 02/03

Das Aufstehen fiel mir schwer, hatte ich doch am Vortag an Kuddel's Veranstaltung am 1. Samstag vor dem 2. Advent (kurz  Adventssaufen) teilgenommen, die man im elften Jahr wohl als Traditionell bezeichnen kann. Das Adventssaufen beginnt jährlich mit einem Frühstücksbuffet im "Schwan" und endet für manch einem Teilnehmer auch dort. In diesem Jahr mussten wir den "Schwan" aber schon um 15 Uhr vorzeitig verlassen, weil die Lokalität für eine Hochzeitsfeier herhalten musste. Dies führte zu einer art Panikhaften Druckbetankung unter den Teilnehmern (außer bei Kuddel selbst, war er doch noch irgendwo zwischen Frankfurt Airport und Oldenburg). Eigentlich war es ein voller Erfolg, dass wir unser traditionelles Ziel, den Weihnachtsmarkt zu erreichen, auch alle geschafft haben, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Das weinhaltige Getränk dort gab mir aber den Rest und ich (ich muss es leider so feststellen) war in diesem Jahr der Erste, der die Veranstaltung verlassen musste.


Die Buchung fürs nächste Jahr steht!


Jan war wahrscheinlich auch in diesem Jahr wieder Sieger dieser Feierlichkeit!


Kuddel, der einzige Nüchterne, jedenfalls bis zu meinem Abgang

 

Zum Frühstück bekam ich nur ne Scheibe Brot runter und so begann ich meinen ganzen Krempel zu verstauen und das war diesmal eine Menge, nahm ich doch mangels Urlaubskasse meinen halben Hausstand (Futter und Getränke) mit nach Schweden. Und was dann alles geschah will ich wenn auch nur auszugsweise aus meinem Reisetagebuch zum besten geben:

7. Dezember

(...) 12.15 Abfahrt. An der Rastanlage Stillhorn kaufe ich wie gewohnt die Fährkarten. Bevor ich weiter fahre teste ich ob Kolle wieder wach ist und ob Simon und Tanja noch da sind. Kolle hatte am Tag zuvor seine Einweihung gefeiert. Alle da, wach und ansprechbar. Kolle und Tanja versuchen mir zu erklären, wie ich zu ihnen finden kann, wollen aber nicht kapieren, dass ich bereits 20 km hinter dem Buchholzer Dreieck bin und nicht dort abfahren werde. Geduldig erkläre ich ihnen immer wieder das ich auf der Rastanlage Stillhorn stehe (Kolle: Wo ist das denn?) Er schaut auf seinen Stadtplan und erklärt mir wie ich von dort zu ihm finde. Seine 1. Lösung wird von mir abgelehnt, weil Umweg und kompliziert über einige Kreuze und Abfahrten. Ich bin der Meinung, dass ich auch von Stillhorn Richtung Willhelmsburg fahren kann. Er findet einen Weg und erklärt mir wo's lang geht. Aber diese Lösung war falsch, weder Straßen noch "die nächste Tankstelle recht ab" waren zu finden, was mich an einem Infoplan halten ließ und selber nachsehe wie ich fahren muss. Da muss erst ein nicht Hamburger kommen und und feststellen wo der Hanseat wohnt. Tee und Kekse, weil Kolle uns los werden will. Er bekommt um 15 Uhr besuch von seiner angebeteten (das ist wörtlich zu nehmen) und wäre augenscheinlich dankbar, wenn wir bis dahin alle wieder aus der Wohnung wären. Das sehen wir allerdings anders, wollen wir sie doch endlich kennen lernen (und am liebsten fragen, warum sie Kolle zappeln lässt). Je weiter der Zeiger sich auf 15 Uhr zu bewegt, um so nervöser wird der Kleine. Als es klingelt, lasse ich die Kamera mitlaufen, für die Daheimgebliebenen. Nach kurzem Smalltalk gehen wir, was Kolle sichtlich freut.


Christian alias Kolle, der Vogel, die Eins, Gebirgsjäger, Gipfelstürmer (Moto: „Ganz oben ist man(n) immer allein“), Hanseat, usw.

(Soviel zum Thema "Greise aus Sandkrug")

In Lübeck mache ich wieder halt. Ich habe Hunger und da es in Lübeck gute und günstige Kneipen gibt, fahre ich zu Arnd und Nadine. Wieso kostet ein großer Teller mit Putengeschnetzeltem und Fritten und einer Schüssel Salat in Lübeck nur 6,20 Euro???? In Oldenburg und umzu geht so etwas nicht unter 9 Euro. (Klingt nicht schlimm? Dann rechne es mal in DM um)  In Dänemark kann ich mich kaum noch wach halten, die Nachwirkungen der letzten Nacht setzen ein. Auf der zweiten Fähre bleibe ich im Wagen, obwohl verboten (erst vor zwei Tagen sind zwei Fähren hier kollidiert)  und leg mich so gut es geht auf die Rückbank und döse vor mich hin. Das hat aber gereicht, um mich die nächsten 1,5 Stunden wach zu halten. Ab Göteborg fällt es mir wieder schwerer mich wach zu halten. Ich beschließe, zukünftig nur noch am Tage zu fahren.. Der Tank ist fast leer und ich mache mein Auto in Uddevalla wieder voll. Wer weiß vielleicht schneit es ja doch noch. Es sind  + 3-4 Grad, aber die Straßen sind weiß, vermutlich vom Bodenfrost. Kurz vor drei Ankunft: Heizung an, ausgepackt und endlich schlafen.

Mo. 8.Dezember

Bis 10:30 geschlafen. Frühstück. Trübes Wetter bei 1 Grad. Ich will duschen, aber das Wasser ist eiskalt. Mist, ich habe vergessen in der Nacht auch den Warmwasserreaktor zu starten. Nach einer Stunde hat das Wasser die 10 Gradmarke erreicht. Ich dusche und bin anschließend hellwach und fit für den Tag. Ich fahre nach Färgelanda zum einkaufen. Weihnachtskram, Geldautomat und Fleisch für den Grünkohl, den ich im Gepäck hatte. Mettwurst und Pinkel (mag ich eh nicht) gibt es in Schweden nicht, dafür müssen Kasslerkottlets dran glauben. Im Haus angekommen, organisiere ich Grünzeug für die Weihnachtsdeko im Wald. Es ist noch viel zu nass und muss erst trocknen. Essen, lesen. Aber viel schaffe ich an diesem Tag nicht. Schlafen.

Di. 9. Dezember

Bis 10 schlafen, heiß duschen und Frühstück. Kakao, denn die Milch muss weg. Lesen und wieder müde. Mittagschlaf bis 15 Uhr. Hunger = Essen und Kakao, denn die Milch muss weg. Das Grünzeug ist trocken und ich beginne das Haus zu verschönern. Am besten gefällt mir das Poster, das ich im letzten Jahr im Handverkshuset gekauft habe. Es zeigt einen romantisch, verschneiten schwedischen Bauernhof mit Wichtel und Bergen im Hintergrund. Ich bin am überlegen, ob ich nach Norden fahre, denke, das dafür das Wetter aber schöner sein muss, um etwas davon zu haben. Lesen – der Baudolino muss doch zu schaffen sein. (...)

Mi. 10. Dezember

Habe schlecht geschlafen. Hätte nicht so spät und so viel essen sollen. Außerdem ist es zu warm im Keller, wo das Bett steht. Das Wetter ist immer noch trüb und ich habe keine Lust Eco's Baudolino zu lesen. Also mache ich mich auf den Weg nach Uddevalla. Besuch des Bohuslän Museum. Wechselnde Ausstellungen und immer noch umsonst. Auch ein kleiner Adventsmarkt mit Künstlern aus der Umgebung gibt es. Bummeln durch die Stadt. Winnie Pooh in allen erdenkbaren Variationen, wenn das Christina sehen würde. Ich kann mich für kein Geschenk, für die Familie, entscheiden. Weiter zum Torp Köpcenter.  Ein paar neue Läden haben aufgemacht. Bei Göfab, oder wie der 10 Kronen Laden heißt, gibt es nix anständiges, nicht mal die Schlickersachen, die ich für Hendrik mitbringen soll. Ich kaufe mir Glögg – alkoholfri. Bei Obs kaufe ich Kerzen und Fleisch für die nächsten Tage. Meine Zeitung (NWZ) vom Montag ist angekommen.(...) 

 


Bohuslän Museum


Uddevalla

 

Do. 11. Dezember

Es hat die Nacht über geregnet. Es ist so trüb, dass ich wieder keine Lust habe zu lesen und beschließe zum Handverkshuset nach Upperud bei Håverud zu fahren, wo herrliche Industriegüter  für viel Geld verkauft werden. Und die Touris glauben es sei alles reines schwedisches Handwerk. Ich kaufe auch was. Ich gehe zum Dalsland Museum, die aber in ihren wechselnden Ausstellungen nur "modern Art" haben, was mir für 40 SEK zu teuer ist. Die geile Maus an der Pforte sagt, das sie im Keller auch alte Sachen haben. Ich gehe ums Haus und gucke durchs Fenster. Na ja, ein paar alte Schränke und anderer Krimskrams, nicht alle Welt. Ich nehme die Straße Richtung Norden, auf der sich schon Friedel im letzten Jahr versucht hat. Die Kurve gibt es immer noch, auch den Baum, den er fast getroffen hätte. Bei Fröskog erinnere ich mich dass ich hier schon mal war. Die alte Holzkirche mit ihrer einmaligen Bemalung hatte ich schon einmal besichtigt, aber später beim betrachten der Bilder nie mehr gewusst, wo ich sie gesehen hatte. Ich hatte sie immer bei Årjäng in Erinnerung. Weiter Richtung Bengtsfors. Bummel durch die kleine Stadt. Es fängt richtig an zu regnen. Hier und da sehe ich, was ich auch im Handverkshuset gesehen habe. Teils billiger teils gleich viel. In einem Laden gibt es eine Adventsaustellung mit Verkauf. Die Läden in Bengtsfors sind durchaus interessant. (Kerzen sind hier viel billiger wie bei Obs - 59 zu 36 SEK -  Frechheit) Es wird dunkel. Ich fahre zurück. Am Stadtrand sehe ich ein Schild mit der Werbung, das die hier ansässige Godisfabrik "Dals" einen Fabrikladen hat. Huschi hat mir vor meiner Abfahrt Geld gegeben um ihm schwedische Schlickersachen mitzubringen. Soll er haben, direkt ab Werk. Scheiß Regen. In Bäkefors mache ich noch ein turn durch die Stadt, die wahrscheinlich typisch schwedisch ist. Im Haus gibt’s den Rest vom Vortag zu Essen - Nudeln. Heute muss ich den Rest von Baudolino schaffen. Es gibt schon wieder Mücken, die sich um die Außenbeleuchtung tummeln. 5 Grad

 

Dalsland

Fr. 12. Dezember

Sarpsborg Das Wetter ist schön, wie im Schweden-TV vorhergesagt und ich halte es nicht aus im Haus. So beschließe ich nach Norwegen zu fahren nach Drøbak, wo der norwegische Weihnachtmann seinen Sitz haben soll, oder zumindest das offizielle Postamt des selbigen. Drøbak liegt kurz vor Oslo und ich bin am überlegen, ob ich auch dorthin fahren soll. Entscheide mich aber unterwegs dazu es nicht zu machen und von Drøbak aus die Küste entlang nach Süden zu fahren. Son soll sehr schön sein. Die E6 wurde wieder um ein Teilstück erneuert. Nordby ist jetzt nicht mehr direkt an der E6, sondern liegt zwischen zwei Abfahrten an einer Nebenstraße. Ach die neue Brücke im Verlauf der E6 über den Svinesund ist wieder ein Stück weiter. Überall, Norwegen wie Schweden stehen Schilder, wann was fertig sein soll. Wenn ich es richtig lese soll die Brücke im Juni 2005 fertig sein. Die Deutschen würden es niemals nicht in einer so kurzen Zeit schaffen. 


Die Baustelle der neuen Grenzbrücke über den Svinesund (Webcam)

Maut werden fällig. Gut dass ich noch ein paar norwegische Kronen habe. Aber um zu bezahlen muss ich erst einmal Schlange stehen. Es ist überhaupt eine Menge los auf den Straßen. In Drøbak muss überall Parkgebühren entrichtet werden. Ich finde abseits der City am Hafen einen Platz der nix kosten soll. (Auf dem Rückweg entdecke ich dennoch ein Schild, dass ich übersehen habe, und ein Polizeiauto steht auch schon da. Aber wohl nicht wegen mir. Zwei Polizisten machen Tauchübungen im Hafenbecken) Ich gehe die Hauptstraße entlang. Es ist durchaus ein netter Ort mit alten Häusern. Vor dem Weihnachthaus stehen orientalische Straßenhändler und wollen tanzende Plüschhunde verkaufen. Ich schaue mich um, ob ich nicht auch noch ein paar Peruaner mit Panflöte entdecke. Die scheinen diesen Ort aber noch nicht eingenommen zu haben. Das Weihnachtshaus ist schön eingerichtet. Christina hätte ihre Freude daran. 

 

Ein Haus weiter ist das Postamt des Nisse (Weihnachtsmann), aber es besteht nur aus einer Attrappe in einem Souvenirladen. Ich kann nicht einmal drei Briefmarken erweben und werde zur richtigen Post eine Straße weiter geschickt, wo ich erst einmal eine Nummer ziehen muss, auch wenn nur zwei andere Kunden an den beiden geöffneten Schaltern stehen. Es wird mir versichert, das auch hier ein Santa Claus Stempel drauf kommt ("Ja, mit Maschine" sagt die nette Frau hinter dem Tresen). Ich muss feststellen, das die Finnen die das mit der Vermarktung ihres Weihnachtmannes besser drauf haben. Ich schlendre noch ein bisschen rum und denke mir, dass ich noch bis Sonnenuntergang in Son sein sollte um schöne Bilder vom selbigen zu bekommen. Aber es bahnen sich schon die ersten Wolken an. 


Die Badeanstalt von Drøbak am Oslofjord


Drei Nixen am Fjord

Hier Bilder vom Sonnenuntergang zu machen wird scheitern, da Drøbak direkt am Oslofjord liegt und zwar an seiner schmalsten Stelle und damit sind die Berge des gegenüberliegenden Ufers im Weg. Ich fahre weiter nach Son. Auch eine kleine hübsche Stadt, die im Sommer bestimmt noch viel hübscher ist. Ich bewundere die Ortsdurchfahrt. Die Stadt ist wirklich alt und hat entsprechend enge Gassen zu bieten. Schon vor Son wird’s eng. Als mir ein Bus entgegen kommt bleibt nur noch der Tritt auf die Bremse. 


Ortsdurchfahrt von Son

Ein paar Fotos mehr ist nicht drin, die Sonne ist weg. Nicht hinterm Horizont ist sie verschwunden, nein hinter den Wolken und es dämmert. Kein Licht mehr für gute Bilder.

 
Blick Richtung Süden am Hafen von Son

 Vor Moos stehe ich im Stau, auch so etwas gibt es in einem Land, das größer als Deutschland ist, aber nur ein Zehntel der Einwohner hat.  Aber das war auch nur zum üben. Auf der E6 vor Sarpsborg stehe ich noch einmal im Stau.  In Schweden fahre ich nach Nordby um zu sehen ob es was im Fabrikladen von Boda Nova gibt. Ja sie haben diesmal eine Menge Auswahl an blauem Geschirr, aber leider haben die mehr als nur „einen kleinen Schönheitsfehler“. Ich kaufe nix, hab ja eh kein Geld. Auch an MCD komme ich erfolgreich vorbei, obwohl ich Hunger habe. Es ist dunkel und ich habe noch 1,5 h Autofahrt vor mir. Unterwengs komme ich noch an einem Unfall vorbei. Die blauen Lampen der schwedischen Polizei sind besser als unsere. (...)


Das würde ich gerne wieder bewundern: Sonnenuntergang am Oslofjord, 1999

Sa. 13. Dezember

Ich wache früh auf und schaue nach draußen. Es schneit – Hurra. Ich stehe auf und fahre nach Färgelanda um Brot zu kaufen. Auf dem Rückweg fahre ich in Ödeborg ab um im Wald einen Spaziergang zu machen. Es wird geschossen, dass  steht jedenfalls auf einem Schild. Es ist Jagdzeit ("Klicka här för att öppna Webbjaktskolan" drücken) in Schweden. Also fahre ich fast bis zum Ende der Straße kurz vor vor Kuserud, und genieße dort den Schnee. Die Seen sind hier schon mit einer dünnen Eisschicht überzogen, was mich wundert, denn der große See beim Haus zeigt keine Anzeichen Dichtfrieren zu wollen. Es liegen so 3 Zentimeter, da wechselt es vom Schnee zum Regen. Bis zum Abend ist der Schnee weggeregnet. (...) Zurück beim Haus gibt es endlich Frühstück. Ich habe Baudolino endlich fertig und fange mit Mankell's Brandmauer an. (...) Heute ist Santa Lucia Tag und ich wollt eigentlich in die Kirche, um mir dieses Spektakel einmal anzuschauen. Als ich um 18 Uhr zum gr. Haus gehe um die Sauna zu benutzen, höre ich Glocken läuten. Es ist wohl doch nicht um 20 Uhr. Nun ist es zu spät für mich um in Kirche zu fahren. (...)

 

Mo. 15. Dezember

Schönes Wetter. (...) Spaziergang durch den Wald. Ich beschließe am Abend nach dem ich den Wetterbericht gesehen habe, vielleicht doch für ein paar Tage nach Norden zu fahren. Habe einige tolle Ziele im Reisehandbuch gesehen.Mora oder Falun zum Beispiel. Vielleicht drei oder vier Tage, das wäre was – vorausgesetzt ich friere nicht in der Nacht. Wallanders Fall (Leseprobe) wird so interessant, dass ich noch bis zwei lese und entsprechend spät aufwache.

Di. 16. Dezember

Aufstehen und lesen, auch wenn es schönes Wetter ist. Der Fall ist Interessant und wird immer Spannender. Plötzlich hält ein Auto vor der Tür. Ole und Karin kommen. Sie wollen das Vordach Fertigbauen. Ich helfe ihnen und wir trinken Tee zusammen, auch wenn der Wasserkocher ausgerechnet jetzt durchbrennt und die Sicherung auch gleich mit durchbrennen lässt. Anfangs habe ich Ole in Verdacht dafür verantwortlich zu zeichnen, weil er am Vordach nur mit Nägeln der Maxigröße gearbeitet hat (gibt es Schweden eigentlich keine Schrauben?) und vielleicht ein Kabel in der Wand getroffen haben könnte. Heißes Wasser gibt es bis Urlaubende jedenfalls nur noch aus dem Kochtopf. Ole und Karin werden nicht fertig. Ole will am Donnerstag wieder kommen. Sein englisch ist besser geworden als damals, als ich ihn zum ersten Mal kannengelernt habe. Anschließend harke ich den Vorgarten und befreie ihn vom Laub. Hole die Zeitung vom Briefkasten, der, wie es in Schweden üblich ist, beim nächsten Bauernhof angebracht ist. Heute gibt es die Samstag und Montagausgabe. Ich schaffe den Mankell. Vielleicht wird es ja Morgen was mit Mora und Falun. (...)

Mi.  17. Dezember

Das Wetter ist wieder schön sonnig. Ich schaffe es aber nicht früh aufzustehen. Im Bett ist es so schön warm, warum sollte ich da in einem kalten Bus schlaffen, irgendwo in Schweden? Ich fahre also nicht in den Norden, so wie ich es am Abend noch geplant habe. Ich fahre aber um einzukaufen nach Färgelanda. Ich brauche Brot oder Brötchen. Es werden Brötchen.


Skulptur vor dem Feuerwehrhaus von Färgelanda

Frühstück. Weil der Wasserkocher gestern durchgebrannt ist muss ich das Teewasser im Kochtopf erhitzen. Ich finde, das der Tee besser schmeckt. Außerdem geht es mir nicht so übel wie die anderen Tage nach dem Frühstück. Ob da doch noch Keime im Wasser waren? Schließlich kommt das Wasser ja direkt aus der Erde und einige Liter haben ja auch längere Zeit im Tank gestanden. (...) Am Nachmittag spazieren gehen. Eigentlich nur um die Zeitung zu holen, aber weil die nicht da ist, gehe ich weiter zum See. Lesen. Am Abend nehme ich mir wieder vor nach Kopparberg, Falun und Mora zu fahren. Die Taktik diesmal: Ganz früh aufstehen (ich stelle den Wecker auf 6) um nach norden zu fahren und am Abend wieder retour. Nur wenn es ganz schön ist kann ich ja eine Nacht bleiben. Also sicherheitshalber sie Schlafsachen mitnehmen.

Do. 18. Dezember

Ich werde in der Nacht mehrmals wach – aufgeregt oder durchs Wetter, es scheint zu regnen.  Der Wecker geht um 6, aber es scheint immer noch zu regnen. Hat der Wetterbericht doch tatsächlich gelogen. Ich drehe mich um und schlafe noch ein kurzes Weilchen. Um 10 werde ich wach. Zu spät. Ich nehme mir erst vor nach Vänersborg zu fahren, überlege es mir aber kurzfristig anders. Munkedal (2 schwedisch). Ein Ort durch den ich schon so oft gefahren bin, aber nie angehalten habe, mit Ausnahme zum Tanken. Ich parke den Wagen im Zentrum und gehe die Straße einmal auf und ab. Nicht viel zu bieten, sieht man einmal von der Beton-Nessi vor der Bibliothek ab. Ich finde aber noch einen Laden gegenüber des Bahnhofes, der alles mögliche hat. Spielzeug (mit ganz vielen Dingen von Winnie Pooh), Stoffe und Haushaltsartikel. Boda Nova ist reichlich vertreten, und günstiger wie in Uddevalla.  Ich suche nach einigen Geschenken, kann mich aber nicht entscheiden. Die richtig guten Sachen kosten über 1000 SEK. Ich folge der Hauptstrasse nach Norden ins Gewerbegebiet an der E6. Hier wird’s interessant. Godis (Bonbon) für 4,90 SEK die 100 Gramm = 2 Kronen billiger wie Uddevalla. Ich besuche ein Antikladen am Rand der Ansiedlung. Der Besitzer spricht deutsch und mich an, was ich suche. Ich frage nach deutschen Lernbüchern aus alter schwedischer Zeit. Er hat nur eins aus den Siebzigern. Die ganz alten hat er zu Hause zum selber lernen. Im 1. Stock sind die interessanten Sachen. Ein halbes Armeemuseum. Er erzählt mir stolz, dass er alles kauft, auch wenn ich noch was hätte. Ich kann hier übrigens auch noch mit D-Mark bezahlen. (...) Ich probier noch einen schwedischen Marine Pullover an, die er soeben rein bekommen hat. 450 SEK sind mir aber zu viel. 

 
Antikladen in Munkedal

Weiterfahrt nach Smögen (2, 3  schwedisch). Die Sonne kommt durch. Ein paar Bilder im Hafen. Die Digicam voll im Einsatz. Aber die Sonne steht schon ziemlich tief. Nicht das allerbeste Licht:

 Ich klettere auf den Schärenfelsen rum. Ganz schön windig. 

Rückfahrt über Lysekil mit der Fähre nach Uddevalla (dabei noch ein Stopp bei Göfab in Lyse, der aber nix für 10 SEK hat, sondern eher sowas wie der schwedische Abklatsch von Zimmermann) (...)

Fr. 19. Dezember

Schönes Wetter Ich bin grade fertig mit abwaschen, da kommt Ole und will das Vordach fertig machen. Vorweg, er schafft es wieder nicht. Die Teerpappe muss rauf und dazu erst mal zugeschnitten werden. Ein Bekannter von ihm kommt.(...) Sein Kumpel kann ein paar deutsche Wörter, auch wenn ihn das schwer fällt. Deutsch oder besser Plattdeutsch hat er 1958 – 59 in Rendsburg gelernt, da war er auf einer Werft. Es zieht sich bis zur Dämmerung. Ole fehlen noch weiße Nägel. (...) Ich stelle vergnügt  fest, dass das die wenigen schwedischen Wörter, die ich nur kann, reichen um mit Ole meine Späßchen zu treiben (...)

Ich hatte Ole eine Laterne zur Hand gegeben = Der perfekte Weihnachtsmann oder auch Wichtel (Tomte)

Sa. 20. Dezember

Auf nach Färgelanda zum Brötchen holen. Frühstücken. Als ich fertig bin kommt Ole wieder, für die Restarbeiten. Ich kann nicht helfen, weil ich nach Vänersborg fahren will, um zu bummeln. Brauche ich doch noch unbedingt Weihnachtsgeschenke. Die Fußgängerzone ist zwar kleiner als die in Uddevalla, aber ich finde es hier trotzdem schöner.

 
Vänersborger Fußgängerzone 


Auch solche Originale gibt es in Schweden

Gleich neben meinem Parkplatz ist ein Laden mit Handwerkssachen. So ein Laden wie in Bengtsfors, der anscheinend nur zur Adventszeit geöffnet hat. Schöne Sachen, aber ich will erst mal schauen was es sonst noch in der City gibt. Es gibt nämlich gleich drei interessante Läden mit allen möglichen Schnickschnack in Vänersborg. In einem kaufe ich dann auch meine Geschenke und in einem anderen finde ich auch noch was für mich. Ich muss mich zurückhalten, habe ich doch kaum mehr Geld. Aber es fällt schwer. Kurzer Abstecher zum Vänern. Fahre weiter zum Hunneberg. Es beginnt zwar schon an zu dämmern und  zu regnen, aber ich wage es dennoch. Ich bin mir sicher, auch diesmal keinen Elch zu sehen. Es hat die letzte Nacht gefroren und auch über Tag waren es nur knapp 1 Grad.. Jetzt sind es Null Grad und ich habe bedenken, ob ich die Steigung am Berg schaffen werde. Erinnerungen an den Stunt vom Januar werden wach.  Aber erstaunlicherweise ist es überhaupt nicht glatt. Ich schleiche um das Elchmuseum und begehe den kleinen Lehrpfad dahinter. Nur wenige Leute sind hier. 


Elchattrappen am Lehrpfad

Anschließend umfahre ich den Berg. Ne Quatsch ich fahre auf der Ringstrasse auf dem Berg. Kein Elch. Ich halte, um zu sehen was da so hell im Wald leuchtet (is nämlich schon fast dunkel). Was ich Endecke ist ein Havester, der sich durch den Wald sägt. Der Fahrer kommt mir entgegen. Er muss sich zu Fuß einen Überblick verschaffen, wo er weiter sägen muss. Er sagt mir auch, das das andere Ding, das ich in Lulea bedient habe ein „Leuper“ (phonetisch) ist. Im Dunkeln nach Hause. Und wieder fällt mir ein, dass ich seit 14 tagen die Frontscheibe putzen wollte, was sich jetzt bei Regen besonders rächt. Und ich habe Zweifel, ob es noch schneien wird, wie der Wetterbericht es eigentlich schon für heute vorhergesagt hat. (...)

Weihnachtselch

So. 21. Dezember

Ich wache früh auf und gucke als erstes durch die Jalousien. JAAAA es hat nicht nur viel geschneit, es schneit auch immer noch kräftig. Happy gehe ich aufs Töpfchen.. NEIN. Ich lasse mich grade nieder, da fällt der Strom aus. Erinnerungen an Sylvester 2000/2001 werden wach. Damals war der Schnee aber höher, so gehe ich davon aus, dass ich diesmal keine 4 Tage ohne Strom dasitzen werde. Ich schaufle einen Weg zur Garage frei. In Militärkreisen nennt man das wohl: Den Nachschubweg sichern. Schließlich liegt hier das Brennholz für den Kamin, damit ich nicht erfrieren muss und außerdem kann ich zur Not auch in meinem Bus kochen, denn etwas warmes braucht der Mensch. Ich frühstücke und hoffe noch, dass bald wieder Strom da sein wird. Tee ohne heißes Wasser geht nicht, so mache ich mir Tillman’s Glögg (Traubensaft mit Glühweingewürzen) in der Nachtischschale auf dem Stövchen warm - etwas warmes braucht der Mensch. Das Zeug ist fürchterlich süß und hier kommt mir der Gedanke, den Rest für die Nachbewohner stehen zu lassen. Prost Friedel! (Nachtrag: Ich hab das Zeug Tage später doch selbst getrunken) Es hört nicht auf zu schneien und ich mache mir meine Gedanken, wie ich weiter verfahren soll. 1. Tat: Den Kamin im anderen Haus anschmeißen. Damit kann ich dann genügend Wasser auftauen, wenn der Stromausfall länger dauert und es ist schön Warm. 2. Tat: Einen Weg ums Haus schaufeln, um im Keller nachzuschauen, ob der Stromgenerator Einsatzbereit ist. Es sieht gut aus. Nur an bekomme ich ihn nicht und der Tank ist auch ziemlich leer.  Und wo ich schon Mal am schaufeln bin, gleich noch wieder den Weg zur Garage gesichert.

 


Der erste Blick nach draußen


Frühstück bei Kerzenschein und Glögg vom Stövchen   

Gegen Mittag rufe ich bei Gerd an und erkläre ihm die Lage. Wie startet man den Generator und welchen Treibstoff benötigt er, bevor ich was falsches rein tu? Ich bekomme den Generator zum Laufen. Aber Strom habe ich deshalb noch lange nicht. Ursachenforschung. ??? stehen auf meiner Stirn. Anruf bei Gerd. Er ruft bei dem Elektriker an, der das verzapft hat. Der wohnt in Färgelanda und will nach dem Essen vorbeischauen. Ich warte am Kamin bei einem guten Buch: Der Wanderchirurg. Kurz vor zwei klopft der Elektroheini. Ich wundere mich, habe ich doch kein Auto gehört. Er steht vor mir, den Heimwerkergürtel à la "Tool Time" um den Hals hängen und erklärt mir, dass sein Volvo die letzte Anhöhe nicht mehr geschafft hat. „It’s verry easy“ sagt er und geht mit mir in den Keller, während er sich den Werkzeuggürtel um die Hüfte schnallt. Mit flinken Händen schraubt er den Schalterkasten auf, an dem man von Netz auf Generatoreinspeisung wechseln kann. „Verry easy, look this blue cable“ sagt er und klemmt ein blaues Kabel ab „Put them up, verry easy!“. Ich freue mich noch darüber, dass sein englisch genauso mies ist wie meins, da schraubt er den Kasten auch schon wieder zu. Flink ist er ja. Zu flink für mich. Wieder auf den Kasten. Wo muss das Kabel wieder hin, wenn der Strom wieder da ist? „Verry easy, anywere, it’s all the same“ sagt er und zeigt mit dem Schraubendreher auf die Kabelsteckleiste. Ich wundere mich, denn ist doch auch ein grün/gelbes Kabel dort angesteckt. Ich versuche nachzufragen, ist das doch die Farbe für die Erdung, zumindest in Deutschland. „Yes it’s the cable for Earth. But no Earth when the Generator is working“ „Nu, nu weiß ich das“, denke ich mir in Anlehnung an das Buch, dass ich grade lese. Der Kasten ist wieder zu und da ist es wieder in meinen Ohren: “Yes, verry easy. When you have energy, then you need the blue cable and than you must put the Cable here on. Verry easy, yes“ Ich kann nur nicken. Wir gehen zum Generator, den ich auch sogleich anschmeiße. Nicht ohne Stolz, schließlich habe ich erst vor kurzem kapiert, wie man das macht. Der Motor läuft, aber Strom gibt es immer noch keinen. Die Sicherung ist raus, was der Elektriker schnell heraus findet. Ne nicht die im Haus, das habe ich ja zuvor auch schon kontrolliert, nein der Generator hat auch eine und die war raus. Darauf muss einer ja erst Mal kommen, denke ich noch so und werde von einem „Verry easy“ wieder ins wahre Leben zurückgeholt. "Nu, nu weiß ich das auch". Im Haus kontrollieren wir ob das Licht wieder brennt. Ja, dass tut es und ab mit dem Mann nach Hause. Er ist ja ein freundliches Kerlchen und außerdem ist Sonntag der 4. Advent, da mache ich noch eine Flasche Wein locker und wünsche ihm „God Jul“. Ihm freut es sichtlich, ist Alkohol doch fast unbezahlbar in Schweden. Ich begleite ihm zum Auto, vielleicht muss ich ja noch schieben, auch wenn der Schneefall etwas nachgelassen hat. Er schafft es den Wagen in der Kurve zu drehen.  Kein Wunder denke ich, ist doch verry easy. Zurück beim Haus stelle ich fest, dass im Gästehaus, nicht wie Gedacht, der Generator seine Wirkung tut. Also, zurück zum Kamin. Zum Abend schaufle ich nochmals den Weg zur Garage frei, denn ich brauche Holz. Gegen 21 Uhr ist wieder Strom da. Generator aus, Schaltkasten auf, Kabel irgendwo anklemmen, Kasten zu und den Schalter auf >Netz<. Yes – It’s verry easy. In den Nachrichten wird berichtet, das im südlichen Dalsland 6000 Haushalte ohne Strom waren, den Schneemassen sei Dank. Die Stromkabel sind in Schweden nur in den Ortschaften unterirdisch verlegt, was bedeutet, dass es bei Sturm und viel Schnee zu Ausfällen kommt, weil umgestürzte Bäume die Überlandleitungen zerstören. Um 23 Uhr bin ich im Bad und mache mich schick für die Nacht und plötzlich wird es zur selbigen – Stromausfall! Bei Kerzenschein lese ich noch ein paar Seiten und weil immer noch kein Strom fließt, als ich mich betten will, stelle ich den Schalter der Nachttischleuchte auf "on". Ich will doch mal sehen wie lange es diesmal dauert. Gegen 1.30 Uhr werde ich Aufgeschreckt, als das Licht wieder an geht. Alles ganz easy denke ich und schlaffe wieder ein.

Mo. 22. Dezember

Die Sonne scheint noch nicht (das tut sie im Winter nicht vor 9:30 Uhr), da stehe ich auf und gehe ins Bad. Und wie ich da so sitze wird es wieder dunkel. Nein, nicht schon wieder, zwei Tage ohne Tee das geht doch nicht, denke ich noch, aber da wird’s auch schon wieder hell. Aber ich war ja schon oft genug im Winter in Schweden, also beunruhigen mich dieser und weitere Netzausfälle im Laufe des Morgens nicht weiter. Gleich nach dem Frühstück schaufle ich den Platz vor der Garage frei. Der Schneepflug der Gemeinde soll den Rest machen. Ich bin völlig durchgeschwitzt und dusche zum zweiten Mal. Ich fahre nach Färgelanda, weil ich den gestrigen Tag über starke Zahnschmerzen hatte und die auch nach diversen Tabletten nicht besser wurde. Ich hatte keine Tabletten mehr, aber noch leichte Schmerzen. In der Apotheke eine Nummer gezogen (das ist in Schweden üblich) und nach kurzer Wartezeit hatte ich meine 30iger Packung ASS und das für nur 26 SEK, keine 3 Euro. Billiger als daheim denke ich und überlege noch eine weitere Packung mitzunehmen, wenn’s doch so billig ist! Weiterfahrt nach Munkedal, wo ich in dem Haushaltwarenladen zuschlage. Wieder ein paar Teile für mein Boda Nova Geschirr, dass hier deutlich günstiger ist wie in Uddevalla (415 SEK statt 500 SEK). Ich halte noch bei einem Baumarkt, der eine Riesenreklame draußen hängen hat, auf dem er bekannt gibt, dass er Feuerwerkskörper verkauft. Den schwedischen Bomben ganz zugeneigt, muss ich einfach rein in den Laden. Es stehen aber nur ein paar wenige Vorzeigeartikel im Laden und das ohne Preis. Als die Preise erfahre, kämpfe ich noch mit meinem Gewissen, aber das lehre Bankkonto siegt zum Schluss und ich verlasse schwermütig wieder den Laden. Aber ärgern tut es mich schon, denn es waren wirklich riesige Böller, wie es sie bei uns in Deutschland nicht gibt. Es folgen ein besuch bei Eurospar, der noch eine riesige Menge an Weihnachtartikeln auf Lager hat. Und der Besuch beim Antikhändler mit seinem kleinen Militärmuseum. Den Marinepullover, den ich kaufen wollte, hat er nicht mehr. Schade, aber immerhin 450 SEK gespart. (...) Der Weg zum Haus ist noch nicht geräumt. Der Schneepflug war nur bis zum Bauernhof, nicht aber weiter bis zum Haus. Ich schaffe die Anhöhe dennoch. (...)


An der Straße nach Munkedal: Typisch schwedisches Haus

Di. 23. Dezember

Die Sonne scheint und es wird genau so ein Tag werden, wie ich es mir für den ganzen Urlaub vorgestellt habe. Die Wetterbericht sagt aber wärmeres Wetter für die nächsten Tage voraus, was bedeutet, das Weihnachten genauso schmuddelig sein wird, wie in Norddeutschland. Dies festigt meinen Entschluss, vorzeitig zurückzufahren und die Daheimgebliebenen zu Überraschen. Am 27. müsste ich sowieso zurück, da dann die ersten Sylvesterurlauber kommen. So plane ich den Tag ein. Über Tag genieße ich die Winterlandschaft im Wald am anderen ende des Sees. Die Häuser hier und deren Lage sind wirklich 1. Sahne. 

Auf dem Rückweg entdecke ich einen Hirsch auf einem Hügel. Aber was heißt entdecken? Hat er mich doch schon viel früher gesichtet und beobachtet mich. Das es hier welche gibt, hatte ich schon vor ein paar Jahren entdeckt, als ich mit dem Kanu an diesem Ende des Sees war und einige am Ufer gesichtet hatte. Zurück beim Haus gehe ich auch dort noch mal in den Wald. Es muss doch noch irgendwo ein Tannenbaum stehen, der in mein Auto passt. Die Bäume sind völlig mit Schnee bedeckt und dazu noch vereist - also nix mit nem Weihnachtsbaum. Aber dafür finde ich frische Spuren von zwei Elchen im Schnee. Es gibt sie also doch in der nähe des Hauses. Die dunklen Stunden des Tages verbringe ich damit aufzuräumen und das Haus zu reinigen. Kai ruft an und ich teile ihm meine Entscheidung mit, vorzeitig abzureisen. Er erzählt mir, dass ich doch noch über Sylvester bleiben könnte, wenn wir zu dritt im Keller (Schlafraum) pennen würden. Christina hat nix dagegen. Zudem hat er extra zwei Fässer Bier à 10 Liter eingekauft. Ich frage ihn, was wir denn ab den dritten Tag trinken sollen? Und außerdem geht mir das Geld aus. Ich glaube ohnehin nicht, dass Christina richtig Happy wäre, wenn wir das Schlafzimmer miteinander teilen müssen. Die Wohnung ist Stubenrein und mein Entschluss steht Punkt. 


Ich werde von einer Hirschkuh beobachtet


Wenn es in Skandinavien Dunkel wird, zeigt sich der Himmel noch einmal von seiner faszinierenden Seite

Mi. 24. Dezember

Um 6.20 Uhr werde ich vom Dach herabrutschenden Schnee geweckt. Da ich meine Abfahrt von der Witterung abhängig mache, schaue ich gleich nach draußen. Kein Schneefall, wie es im Wetterbericht angekündigt wurde. Aufstehen, duschen. Als ich den Müll raus bringen will und den Wagen schon mal vor die Tür fahren will, regnet es. Oder besser gesagt, es schneeregnet. Und das so stark, dass mein Pulli auf diesem kurzem Stück völlig nass wird. Auch der Schnee von den Vortagen ist durch diesen Regen auf die halbe Höhe zusammengedrückt worden. Ich packe die Sachen dennoch in den Wagen und denke mir, dass ich durchs frühe aufstehen auch die Zeit habe langsam die 30 Kilometer bis Uddevalla zu fahren. Die Spurrillen im Schnee (der Schneepflug war immer noch nicht bis zum Haus gekommen) sind spiegelglatt und mit dem Salz streuen auf den kleinen Straßen haben es die Schweden auch nicht so, aber, so denke ich mir, die E6 wird ab Uddevalla sicherlich gestreut und befahrbar sein. 7.30 Uhr abfahrt. Es ist erstaunlicherweise gar nicht glatt, obwohl es immer noch - 1 Grad sind. In Uddevalla tanke ich das Auto noch mal voll. Es regnet zwar nur noch an den tiefergelegenen Küstengebieten, aber sicher ist sicher, wer weiß wie weit man kommt. Die Winterzeit in Schweden steckt voller Überraschungen. Das Mädel hinter der Theke steckt im Weihnachtsmannkostüm - Ja es ist Heiligabend oder wie die Schweden sagen: Julafton. Die Straßen sind frei. Ab Göteborg ist die Landschaft auch wieder grün. Keine Wartezeiten vor den Fähren, ich komme zügig voran. 


Das Schloss von Helsingör (DK) diente als Schauplatz für Shakespeares Hamlet.
Heute Museum und Leuchtturm (re. Turm).

Ich bekomme Hunger. Aber die McDonalds haben es wohl nicht mehr nötig. Alle geschlossen. An der Abfahrt Bokel an der A1 stehen neben mir noch 5 weitere Menschen staunend vor verschlossenen Türen. Als ich wegfahre kommen weitere Autos auf dem Parkplatz an. Mehr können die an einem anderen Wochentag auch nicht verdienen, denke ich mir so. In Sandkrug räume ich schnell den Wagen aus und fahre zu meinen Eltern nach Rastede weiter. Vor der Haustüre rufe ich meinem Vater an. "Frohe Weihnachten" und so weiter. Als er mir von einem Problem mit dem Fernseher erzählt, sage ich ihm, dass ich das so aus der Ferne schlecht beurteilen kann. Das müsste ich mir mal anschauen. Am besten ist, wenn er mich reinließe. Die Weihnachtsgeschichte life!